Werkzeuge und Werkbank
Etwa 20 Minuten

Sieben Lektionen lang hast du mit einem Chat-Fenster gearbeitet. Du weißt jetzt, dass das Modell rät, dass es nachschlagen kann, wenn man es lässt, dass es würfelt, dass es dich nicht kennt, dass es beige schreibt und dass es einen Stichtag hat. Das reicht, um loszulegen. Diese Lektion zeigt, was die Werkzeuge außer dem Chat noch können, und wie die Werkbank von Fertig vor 5 daraus gebaut ist. Stufe 2 richtet das dann Schritt für Schritt bei dir ein.
Vier Dinge, die ein Chat-Fenster nicht ist
Die Werkzeuge, die Lehrkräfte heute nutzen (Claude, ChatGPT, Gemini, telli und andere), haben alle einen Chat. Dazu kommen vier Funktionen, die den Unterschied zwischen "mal ausprobiert" und "jeden Tag im Einsatz" ausmachen.
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Dateien. Du lädst ein Arbeitsblatt, einen Lehrplan, eine Vorlage hoch, und das Modell arbeitet mit deinem Material statt mit dem Durchschnitt (Lektion 7). Das ist der schnellste Qualitätssprung, den es gibt: Statt "mach mir ein Arbeitsblatt" sagst du "mach aus diesem Arbeitsblatt eine Fassung für schwächere Leser".
Suche. Das Modell darf im Netz nachschlagen (Lektion 3). Für alles nach dem Stichtag, für Quellen, für aktuelle Verordnungen. Du prüfst einmal, ob es wirklich gesucht hat.
Projekte oder Anweisungen. Ein fester Ort, an dem dein Profil und deine Beispiele liegen (Lektion 5 und 5), damit du sie nicht in jeden Chat kopierst. In Claude heißt das Projekt, in ChatGPT auch, in anderen Werkzeugen "benutzerdefinierte Anweisungen". Einmal einrichten, dann kennt dich jeder neue Chat.
Konnektoren. Manche Werkzeuge verbinden sich mit deinem Kalender, deiner Dateiablage oder deinem Postfach. Dann kann das Modell selbst nachsehen, statt dass du alles hineinkopierst. Das ist bequem und der Punkt, an dem du genau hinschaust, was du verbindest. Ein Konnektor zu deinem Materialordner ist unproblematisch. Ein Konnektor zum Postfach mit Elternmails will überlegt sein: Was darf es lesen, und wo landen die Daten? Dafür gibt es in der Werkbank die Seite "Darf ich das?". Du brauchst sie erst, wenn du die Frage hast.
Skills: Was dreimal nervt
Der zweite Teil von Stufe 3 heißt Bauen, und das Prinzip dahinter kannst du dir jetzt schon merken: Wenn du etwas zum dritten Mal mit dem Modell machst, lohnt sich ein Skill. Ein Skill ist eine gespeicherte Anleitung in deinen Worten: Wann soll er starten, was gibst du ihm, welche Schritte, wie soll das Ergebnis aussehen, in welcher Stimme. Danach tippst du nur noch "/elternbrief" und drei Stichworte. Die Werkbank liefert dir die ersten Skills fertig mit. Deine eigenen baust du in Stufe 3, Teil 2.
Die Werkbank
Die Werkbank ist der Teil von Fertig vor 5, den du nach den Stufen weiter benutzt. Jedes Werkzeug folgt demselben Muster:
- Rahmen einmal einstellen. Schulform, Jahrgang, Länge, Sprache, Ton. Das bleibt für den ganzen Abend.
- Kein Namensfeld. Es gibt keins, nirgends. Den Namen setzt du erst in deinem Zeugnis- oder Mailprogramm ein. So bleibt alles, was die Werkbank sieht, ohne Personenbezug.
- Stichworte statt Prosa. Chips anklicken, höchstens einen Freitext dazu. Die Prosa macht das Modell.
- Drei Fassungen, nie eine. Du wählst, kürzt, änderst. Lektion 4 hat gezeigt, warum drei besser sind als eine.
- Laut lesen, dann kopieren. Wenn es nicht klingt wie du, ändere es. Lektion 6.
Vor jedem Freitextfeld steht ein Wächter. Er liest in deinem Browser mit, bevor etwas abgeschickt wird, und meldet sich, wenn etwas wie ein Name, ein Geburtsdatum oder eine Diagnose aussieht. Ein Klick, und [Vorname] steht da. Er ist die Kollegin, die dir auf die Schulter tippt, nicht die Behörde, die entscheidet.
In der Werkbank liegen fünf Werkzeuge: Zeugnisbemerkungen, Elternmail, Erwartungshorizont, Differenzierung und der Beobachtungs-Sammler, der dir die Zeugniszeit vorbereitet. Dazu "Meine Stimme", damit alles klingt wie du und nicht wie ein Amt.